Da wären wir wieder. Endlich ausgeschlafen und in meinem kleinen bescheidenen Jugendherbergsappartement. Im Hintergrund unsichtbar für den Leser sitzt mein Zimmergenosse und Mitglied der ULTRAS Györ, Peter. Und hey liebe Augsburger Fussball Freunde haltet euch fest: AUCH ER ZOCKT NEN FUSSBALLMANAGER!! Allerdings nicht den von EA, sondern von SEGA Football Manager 2009, ein geiles Teil sag ich euch!
Aber lassen wir das mit den Games hier mal beiseite. Mein Portugiesisch macht Fortschritte. Besonders in den interaktiven Sequenzen meines Sprachkurses, sprich in den Bars in Castelo Branco@ noite, schaffe ich es bereits mit einigen Worten die Mini Sagres (0,25 Liter Bier in einer Flasche?!?) zu umgehen und aufs gewöhnliche „media“(immer noch a kleini Patron mit 0,33) umzusteigen. HA! Que progresso!
Die erste Woche hier ist jetzt schon vorbei, zack zack, ging verdammt schnell und ich muss ehrlich gestehen ich bin schon wieder gefangen in diesem Charme des Landes und der Menschen. Wie schön es ist jeden tag einige Minuten zu spät zum Unterricht zu kommen und zu wissen, das der Lehrer meistens selber noch nicht da ist, wie die Zitronen und Orangenbäume voller Früchte hängen und einfach überall in der Stadt zu finden sind und die engen Gassen in denen die Wäsche zum Trocknen zwischen zwei Häuser gespannt hängt. E entao, die Menschen erst. So freundlich und hilfsbereit auch wenn sie selber kein Wort Englisch verstehen.
Nee Leute, da kann sich daheim in Deutschland jeder noch so für open minded halten, dass ist einfach ein ganz anderes Gefühl hier, wenn dich irgendwelche Portugiesen anquatschen wo du herkommst um sich anschließend mit dir fünfmal „Saudé!“ zu wünschen um dann noch irgendwelche Fotos zu machen und ihren Vater dabei vorstellen der gemütlich grinsend an seinem cerveja nippt.
Am Tag nach unserer ersten kleinen Partytour, meiner Meinung nach scheiterte sie dann doch an den unterschiedlichen Musik und Feierauffassung der Einzelnen, wollten mein Mitbewohner Peter und ich nachmittags so gegen 17 Uhr was essen gehen. Nach ca. 1,5 Stunden planlosem herumirren in einer Stadt die echt nicht groß ist, knapp 30.000 Einwohner, mussten wir dann doch frustriert feststellen, dass da nichts war mit Essen im Restaurant.
Nee, Leute vergessts!! Auch wenn der Portugiese an sich sehr, sehr viel in Zeit in Restaurants verbringt, da an sich günstig und gut, geht er dennoch niemals vor 20 Uhr dorthin.
Als wir dann in irgendeiner bescheidenen Bar doch eine Karte mit einem Menu ergatterten dachten wir aaaalles klar, jantar, jantar! Der Gedanke hielt.... für ca. 10 Minuten bis wir bestellten.
Dann traf uns der entsetze Blick einer hübschen empregada da mesa, die uns in perfektem Englisch schließlich darauf aufmerksam machte, dass sie uns 80% der angepriesenen Mahlzeiten nicht bringen konnte da wir einfach noch viel zu früh dran waren!!
Es gab nur...äääh...äääh Toast...joa, „ nao tem carne“ um es mit ihren Worten zu sagen. Merda!
Nach einigen netten Belehrungen über portugiesische Esskultur und einem ausgezeichneten Toasta Rosta für günstig Geld, gings dann abends schließlich in das luxuriöse Appartement (3 Schlafzimmer, 2 Badezimmer, Riesenküche, ne PS3, WLAN für schlappe 500€ durch 4 Leude) der slowenischen Klassenkameraden.
Ja doch is schon cool unter den ganzen Osteuropäern. Schmankerl des Abends, ein Film auf serbisch „Black Cat & White Cat“ und den angewiderten Gesichtsausdruck von 13 Leuten als sie mich „normales“, süßes Popcorn essen sahen....fünf Minuten später war der Raum voller glücklicher Gesichter als endlich the „real popcorn“ (SALZIG) in 4 Schüsseln aus der Küche kam.
Schöne Menschen, schöner Film, muito prazer!